Climate Shame - wir sind noch lange nicht fertig
Wir werden noch lange über den Deal, den die USA, China, Indien und Südafrika gestern nacht ausgehandelt haben, sprechen und eine detailierte Analyse vornehmen. Die ersten Reaktionen gestern Nacht und heute morgen von Journalisten war, dass es sich bei diesem Deal um einen Fehlschlag handelt – so lautete auch die Schlagzeile des Guardian in Grossbritannien und der Spiegel schreibt, dass ein kläglicher Kompromiss ein totales Scheitern verhindert. Der Deal beinhaltet keine wirklichen Reduktionsziele, keinen wirklichen Plan wie es im nächsten Jahr mit dem UNFCCC Prozess weitergeht und generell nichts, was uns wirklich weiterbringen wird in unseren Bemühungen die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Und dieser Deal wurde hinter verschlossenen Türen, ohne eine Beteiligungen der Länder, welche am meisten durch den Klimawandel betroffen aber am wenigsten dazu beigetragen haben, ausgehandelt.
Unsere Analyse von den Verhandlungen in Kopenhagen ist sehr einfach:
Was wir brauchen: 350 ppm
Was ausgehandelt wurde: 770 ppm
Unser Urteil: wir sind noch lange nicht fertig
Trotzdem gab es gestern auch ein kleines Zeichen der Hoffnung – eine spontane Demonstration wurde gestern Nacht vor dem Bella Centre abgehalten. Primär junge Klimaaktivisten machten ihrer Wut Luft und riefen 3-5-0 die ganze Nacht. Sie waren frustriert und enttäuscht aber auch optimistisch – den wir wissen, dass es eine Sache hier in Kopenhagen gegeben hat, was uns Hoffnung gibt, zu wissen, dass die globale Klimabewegung weiter und weiter wächst. Im Moment sind wir noch nicht stark genug, die Verhandlungen in unserem Sinne zu beeinflussen – diese Macht hat zur Zeit immer noch die Kohlelobby. Wir sind aber stark genug, um es unseren Politikern verdammt schwer zu machen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen zu machen und uns das als Erfolg zu verkaufen. Oftmals wurden Entscheidungen hinter verschlossenen Türen gemacht, ohne das die Weltöffentlichkeit davon erfuhr. In den letzten Wochen haben wir viel gelernt, über das Mächtespiel in UN Klimaverhandlungen, aber auch über unsere Stärke klar zu kommunizieren, was wir brauchen und wie ein wirkliches Abkommen aussehen muss. Das wird uns helfen in den nächsten Monaten unsere Hoffnungen zu bewahren.
Wir haben nicht gewonnen – noch nicht!




