Die letzten 48 Stunden in Kopenhagen beginnen mit einem symbolischen Hungerstreik

 Zwei Freundinnen von mir haben jetzt seit 42 Tagen keine Nahrung mehr zu sich genommen. Warum? Weil sie ein starkes Zeichen in diesen sehr verrückten und sehr abstrakten Klimaverhandlungen, die jetzt in ihre entscheidende Phase treten, setzen wollten. Ein Zeichen für mehr Klimagerechtigkeit und für einen internationalen Klimavertrag, der uns auf 350 ppm zurückbringt. In einen Hungerstreik zu treten ist ein sehr ernster Schritt und eine von sozialen Bewegungen und Aktivisten/Innen oftmals angewendete Taktik, um auf grosses Unrecht hinzuweisen. Normalerweise gehört ein Hungerstreik nicht zu 350.org Taktiken, aber genau in diesem Moment, wo die Verhandlungen in Kopenhagen uns nicht auf 350 ppm zurückbringen, sondern eher in Richtung 770 ppm gehen, mit all den katastrophalen Konsequenzen speziell in den am meisten betroffenen Regionen, scheint es an der Zeit der Welt zu zeigen, wie ernst es uns und anderen Aktivisten/Innen ist.

Solidarisch mit den 5 Aktivisten/Innen, die sich bereits seit 42 Tagen im Hungerstreik befinden, rufen wir dazu auf symbolisch einen Tag mit Ihnen zu fasten. Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen setzen in Solidarität mit den am meisten durch den Klimawandel betroffenen Regionen dieser Welt, wie z.B. den kleinen Inselstaaten, die so hart gerade in Kopenhagen um ihre Zukunft und um das Überleben ihrer Bevölkerung kämpfen. Die Aktion steht unter dem Slogan "Hunger nach Überleben" und über 2000 Menschen weltweit haben sich bereits diesem Aufruf angeschlossen, auch das komplette 350.org Team unterstützt die Aktion, indem wir 24 Stunden lang nichts essen und nur Wasser trinken. 

Mein persönlicher Beweggrund mich diesem symbolischen Hungerstreik anzuschliessen ist jedoch ein anderer: ich habe in meinem ganzen Leben noch nie keine Nahrung für 24 Stunden zu mir genommen - für viele Millionen Menschen auf der Welt ist das jedoch eine Erfahrung, die sie unfreiwillig schon sehr oft machen mussten und wenn wir den Klimawandel nicht begrenzen und Regionen, die stark durch den Klimawandel gefährdet sind, nicht unterstützen, viele Millionen Menschen mehr die Erfahrung machen müssen, dass der Klimawandel ihre Nahrungssicherheit gefährdet und Unterernährung sich stark verbreitet, wie z.B. dieses Jahr in vielen Teilen in Afrika. 

Auch wollen wir die nächsten 24 Stunden dazu nutzen zu reflektieren wo die Klimabewegung sich in Zukunft hin bewegen wird und wie wir unsere Stimmen noch in den Kopenhagen Prozess erfolgreicher einbringen können. Wir haben viel erreicht - tausende von Aktionen und Millionen von Menschen, die sich dieser Bewegung anschliessen - jetzt ist es an der Zeit diesen Stimmen gehör zu verschaffen!