Klimakanzlerin a.D.
Berichten des Spiegels zufolge hat sich Angela Merkel endgültig von ihrem Klimakanzlerinnen-Dasein verabschiedet.
Die noch in Kopenhagen versprochenen Klimaschutzhilfen für Entwicklungsländer wurden jetzt radikal zusammengestrichen. Von den insgesamt 1.26 Milliarden versprochenen Finanzhilfen sollten ohnehin nur 70 Millionen Euro jährlich als "frisches Geld", d.h. zusätzlich zu ohnehin schon gegebenen Versprechen zur finanziellen Unterstützung im Rahmen der allgemeinen Entwicklungshilfe, fliessen. Im Rahmen der neuen sparsamen Haushaltspolitik wurden nun selbst diese Minimalposten aus dem Budget gestrichen.
Somit verabschiedet sich die Klimakanzlerin wohl hier von uns. Während Angela Merkel noch in Kopenhagen sich für einen international verbindlichen Klimaschutzvertrag einsetzte und die Entwicklungsländer mit Finanzzusagen überzeugen versuchte scheint Klimaschutz und Klimaschutzhilfen nicht mehr auf der Agenda zu stehen. Zu teuer, so scheinst.
Die wirkliche Gefahr hinter diesem Denken werden wohl erst folgende Generationen bzw. Menschen auf weit entfernten Inselstaaten zu spüren bekommen. Ohne Finanzzusagen kein internationaler Klimavertrag - weder in Cancun noch in Südafrika. Und ohne einen internationalen verbindlichen Klimaschutzvertrag eben auch kein verbindlicher Klimaschutz.
Umso mehr unsere Politiker und PolitikerInnen sich von ihren klimapolitischen Aussagen distanzieren, umso stärker müssen wir uns an die Arbeit machen und die Klimakrise direkt anpacken, um sie an ihre Verantwortung aber auch an die Möglichkeiten einer nachhaltigen Zukunft zu erinnern.




