Top 11 des Jahres 2011
1. Wir haben die Pipeline verhindert.
Nach einer Kampagne mit historischem Ausmaß hat die Bewegung, die gegen die Keystone-XL-Ölsand-Pipeline ankämpft, einen großen Sieg errungen. Der Bau der Pipeline, also der Zündschnur für „die größte Kohlenstoffbombe der Welt“, wurde verschoben und im Prinzip sogar verhindert. Außerdem positiv ist: James Hansen, Top-Klima-Wissenschaftler bei NASA, sagte, dass das Verbrennen des in Kanadas Ölsandfeldern eingeschlossenen Öls das Aus für unser Klima bedeuten würde. Obwohl kein Erfolg im Umweltschutz permanent ist, sieht es gerade so aus, als wäre die Keystone-XL-Pipeline gestorben - und wir tun alles in unserer Macht stehende dafür, dass das auch so bleibt.
2. Wir haben die Welt bewegt.
2000 Events. 175 Länder. Ein einziger Tag, um die Welt in eine erneuerbare Zukunft zu führen. Moving Planet war bereits der dritte globale Klima-Aktionstag von 350.org. An diesem Tag haben sich Unmengen von Menschen in den Straßen versammelt, um für eine andere Welt zu demonstrieren - für eine Welt, die durch erneuerbare Energiequellen und die Kraft der Menschen selbst angetrieben wird, also nicht durch fossile Brennstoffe.
3. Wir haben eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel ausgebildet.
In Lettland, Äthiopien, in der Ukraine, Südafrika, Brasilien, Indien, auf Fidschi und auf den Marshallinseln, in Ägypten, Kenia, Nigeria, den Vereinigten Staaten von Amerika und in Vietnam haben wir im Jahr 2011 Workshops zum Thema Öffentlichkeitsarbeit im Kampf gegen den Klimawandel veranstaltet. Insgesamt wurden über 350 aufstrebende Führungspersönlichkeiten weltweit ausgebildet, ermutigt und dazu motiviert, diese Bewegung aufzubauen.
4. Wir standen an der Seite eines Helden - und sind dann in seine Fußstapfen getreten.
Dieses Jahr hat uns Tim DeChristophers mutige Aktion zur friedlichen Störung einer unmoralischen (und, wie sich später herausgestellt hat, auch illegalen) Auktion von Land an Erdöl- und Erdgas-Förderer inspiriert. Er hat dabei geholfen, den richtigen Ton für das Jahr 2011 anzugeben – ein Jahr, in dem die Klimabewegung mutig wurde. Über tausend Mitglieder unserer Bewegung haben im August in Washington DC ihre Sicherheit für den Kampf gegen die Keystone-XL-Pipeline aufs Spiel gesetzt und wurden vor dem Weißen Haus festgenommen. Es hat sich toll angefühlt und wir werden im Jahr 2012 nur noch mutiger werden.
Herzlichen Dank, Tim, für die Inspiration (du kannst Tim auch persönlich hier danken).
5. Wir standen an der Seite der 99 %.
Niemand sah es kommen, aber im September ist die globale Occupy-Bewegung plötzlich überall erschienen und hat alles verändert. 350.org hat Solidarität bewiesen und war stolz darauf, an der Seite der „99 %“ zu stehen. Wir haben Leute geschickt, um beim Leiten von Teach-Ins zu helfen und wir haben Brücken gebaut, um eine mächtige, weltweit vernetzte Bewegung aufzubauen, die für wirtschaftliche Gerechtigkeit, einen sicheren Planeten und Handlungsbereitschaft steht.
6.Wir haben uns im Rundfunk und bei der UN-Klimakonferenz breit gemacht.
Als die UN-Klimaverhandlungen sich in Durban, Südafrika, immer mehr erhitzten, haben die Aktivisten von 350 „Radio Wave“ gestartet – eine Kampagne, durch die der Hip-Hop-Song „People Power“, bei dem es um den Klimawandel geht, bekannt wurde. Wir haben dabei geholfen, dass viele begeistert auf die Straßen zogen. Und in den letzten Stunden der Klimakonferenz hat eine kleine 350-Delegation Hunderte von Menschen zur UN-Klimakonferenz geführt, um diese im wahrsten Sinne des Wortes zu besetzen und um uns für das Überleben von Afrika und kleinen Inselstaaten einzusetzen. Die Verhandlungen waren eine tiefe Enttäuschung, aber zusammen haben wir das Schlimmste verhindert: die Abkommensfindung auf 2020 zu verschieben. Die Ergebnisse der Verhandlungen waren trotzdem absolut unzureichend, aber die Basisbewegung, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt, zeigte dennoch wahre Hoffnung und Mut.
7. Wir haben unsere Botschaft vermittelt.
Wir tun unsere Arbeit nicht für die Medienpräsenz, aber wir wissen, dass ein Auftritt in den Massenmedien uns dabei helfen kann, unsere Bewegung zu stärken, mehr Menschen über den Klimawandel aufzuklären und größere Veränderungen zu erzielen. Deshalb waren wir außer uns vor Freude, als wir gesehen haben, dass unsere Bewegung es auf die Titelseiten der New York Times, des BBC, der Huffington Post, der Google News und vieler anderer Medien geschafft hat.
8. Wir haben den Zusammenhang hergestellt.
Das Wetter wurde wahrlich seltsam im Jahr 2011. Wir sehen schon die tragischen und schrecklichen Auswirkungen des Klimawandels in Form von Überflutungen, Großbränden, Dürren, usw. Auch wenn sie schrecklich sind, diese Tragödien sollten uns eine Lehre sein. Wir werden im Jahr 2012 noch mehr dafür tun, dass die wissenschaftlichen Beweise bekannter werden und wir werden die Zusammenhänge zwischen extremen Wettersituationen und der Klimakrise deutlich machen.
9. Wir haben uns regional stark gemacht.
350.org hat schon immer ein Auge auf das globale Ausmaß der Klimakrise gehabt, aber dieses Jahr werden wir noch mehr dafür tun, regionale und nationale Lösungen zu finden. Dieses Jahr haben wir dabei geholfen, regionale Kampagnen zu leiten und für den Kampf gegen den Klimawandel zu GEWINNEN. Wir haben mit anderen zusammengearbeitet, um saubere Energiequellen an den Mann zu bringen (in Boulder, im US-Bundesstaat Colorado); wir haben dabei geholfen, Fracking, also die Förderung von Erdgas, zu verhindern (im Delaware River Basin in den USA); wir haben Politiker, die dreckige Gelder annehmen, an den Pranger gestellt (in Boston, im US-Bundesstaat Massachusetts); und wir haben einen Preis auf Kohlenstoff gesetzt (weiter so, Australien!). Halte die Augen und Ohren offen für weitere große Errungenschaften im Jahr 2012 und hilf uns dabei, Tausende von regionalen Klimakampagnen auf den Weg zu bringen.
10. Wir haben die Machtverhältnisse verschoben.
Junge Menschen waren schon immer der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Ihre Zukunft steht auf dem Spiel und sie sind es, die einen unbändigen Willen dafür zeigen, Wandel herbeizuführen, wodurch unsere Bewegung angetrieben wird. Also ist es nur natürlich, dass 350 sich mit Jugendgruppen in aller Welt zusammen getan hat, um „Power Shift“-Konferenzen zu unterstützen, um junge Leute auszubilden, zu ermutigen und dazu zu inspirieren, Führungsrollen im Kampf gegen den Klimawandel zu übernehmen. In den USA haben wir uns mit der Energy Action Coalition zusammen getan, um die „Power Shift”-Bewegung in den USA zu unterstützen. Dabei handelt es sich um das größte Jungendtraining für Organisatoren in Washington DC, das jemals stattgefunden hat. Bill McKibben hat eine Rede gehalten, die den Menschen überall auf der Welt klar gemacht hat, wie schlimm die Lage ist, und die Zehntausende Male auf YouTube angeschaut wurde.
11. Wir haben die Grundsteine dafür gelegt, Großes zu leisten.
Wir haben ein Jahr des transformativen Wandels für unser 350.org-Netzwerk hinter uns. Wir haben uns mit 1Sky, einer in den USA ansässigen Partnerorganisation, zusammen getan, um eine noch stärkere Klimabewegung in den USA zu schaffen. Wir haben weltweit neue junge Mitglieder gewonnen, die überall, von Brooklyn über Brasilien bis hin zu Burundi, für uns arbeiten. Und wir haben uns mit unseren Freunden von Tar Sands Action zusammen getan, um das „350 Actions Team” auf den Weg zu bringen, das im neuen Jahr mutige und gezielte Kampagnen starten wird. Kurzum, 350.org wurde größer, stärker und noch geeinter, und wir können es kaum erwarten, das alles im Jahr 2012 zu Beweis zu stellen.






