Duncan Meisel

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Foto: Reclaim the Power

 

Diesen Mai hat #breakfree2016 den Planeten bewegt und Zehntausende Menschen haben bei Aktionen auf sechs Kontinenten mitgemacht. Zehn Gründe, warum diese historische Mobilisierung uns Hoffnung für die Zukunft geben sollte:

Wir stellen uns den Mächtigen entgegen – auch wenn die Mächtigen sich gegen uns stellen.

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Foto: Shayne Robinson | Mutiny Media

 

In Südafrika wehrten Break-Free-Aktivist*innen Versuche ab, ihren friedlichen Protest gegen die mächtigste Familie des Landes, die Guptas, zu unterbinden und luden vor ihrer Haustür toxische Kohle ab, die von Gupta-Unternehmen finanziert wird.

Wir lernen aus der Vergangenheit.

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Foto: Babawale Obayanju

 

In Nigeria versammelten sich Aktivist*innen bei Oloibiri, dem Standort der ersten Ölquelle des Landes, um allen vor Augen zu führen, dass die fossile Brennstoffindustrie den Menschen keinen Wohlstand sondern nur Verschmutzung gebracht hat. In derselben Woche trugen sie diese Botschaft auch nach Ogoniland, das durch die Ölförderung ausgebeutet wurde und nach Ibeno, wo Exxon vor der Küste nach noch mehr Öl bohren will.

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Foto: 350 Turkiye

 

Und in der Türkei, wo Anfang der Neunzigerjahre Massenproteste in der Region Izmir Pläne für eine massive Ausweitung der Kohleförderung zunichte machten, hat eine neue Generation den organisierten Widerstand übernommen. 2.000 Menschen marschierten gemeinsam zu einer illegalen Kraftwerksreststoff-Deponie, die für den neuerlichen Ausbau der Kohle in der Region wichtig ist, und formten eine Menschenkette um sie herum.

Wir werden von indigenen Bewegungen inspiriert und mit angeführt.

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Rund um die Welt setzen sich die ursprünglichen Bewohner von Regionen (die jetzt von der fossilen Brennstoffindustrie ausgebeutet werden) zur Wehr — und viele Tausend Aktivist*innen mit ihnen. An der kanadischen Westküste zum Beispiel kämpfen die Tsleil-Waututh First Nation gegen den Bau einer Teersand-Pipeline von Kinder Morgan auf dem Stammesland der Küsten-Salish. Zum Zeichen der Solidarität mit den Tsleil-Waututh First Nation versammelten sich über 800 Menschen auf beiden Seiten der Anlage von Kinder Morgan. Auf dem Wasser fuhren sie mit einer großen Kajak-Flotille vor, an Land brachten sie ihre Körper und Kunst zum Einsatz.

Wir beweisen Mut und Entschlossenheit.

Die Break-Free-Aktionen waren nicht gerade typische Protestaktionen. Manche liefen über mehr als 24 Stunden: In Deutschland blockierte Ende Gelände über 48 Stunden die Bahngleise von einer Braunkohlegrube zu einem Kraftwerk, das deshalb heruntergefahren werden musste. An der amerikanischen Westküste besetzten mehrere Dutzend Aktivist*innen  Bahngleise, um „Bombenzüge” aufzuhalten, die den größten CO₂-Verschmutzer der Region mit Rohöl versorgen — zwei Nächte in Folge.

Wir gehen die größten Projekte von Land, vom Wasser und aus der Luft an.

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Foto: Greenpeace Indonesia

 

Indonesien fördert und exportiert mehr Kohle als jedes andere Land auf der Welt. Während Break Free versammelten sich 3.000 Menschen zu einer ohrenbetäubenden Trillerpfeifen-Demo vor dem Sitz des Präsidenten in Jakarta und forderten den Ausstieg aus der Kohle — und ein paar Tage später seilten sich weitere Aktivist*innen im Hafen von Cirebon von Kohleförderbändern ab.

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Foto: Jeff Tan

 

Mehrere Tausend Demonstrant*innen blockierten im australischen Newcastle den größten Kohlehafen der Welt, sodass einen ganzen Tag lang keine Kohle verladen oder gelöscht werden konnte. Der Tag begann mit einer Blockade von Kohleförderbändern von der Luft aus, dann besetzten über 60 Leute Bahngleise zum Hafen, und auf dem Wasser brachten viele weitere Hundert Menschen auf Kajaks und Flößen den Schiffsverkehr zum Stillstand.

Wir stellen den Zusammenhang zwischen Klimakatastrophe und fossilen Brennstoffen her.

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Foto: Vijay Villafranca

 

Die Philippinen sind eines der am stärksten durch den Klimawandel bedrohten Länder auf der Erde. Mit einer Demonstration gegen ein Kohlekraftwerk in Batangas läuteten 10.000 Menschen Break Free mit ein  — um 6 Uhr morgens. Der Grund für den frühen Beginn der Aktion war eine verheerende Hitzewelle, die den Menschen das Leben dort gerade noch schwerer macht:

Wir bauen starke Brücken.

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Foto: Albany2016

 

In Albany im US-Bundesstaat New York will Big Oil noch Hunderte weitere „Bombenzüge” mit Öl über Gleise schicken, die nur wenige Meter von Sozialbausiedlungen und Spielplätzen entfernt verlaufen. Die Anwohner*innen vor Ort kämpfen bereits seit Jahren gegen die erweiterte Infrastruktur. Doch als während Break Free über 1.000 Menschen zusammen mit ihnen die Straßen und Gleise blockierten, bezeichnete ein Anwohner die Mitdemonstrant*innen als ihren „Spinat” — zusätzliche Kraft für die Stärke, die sie selbst seit Jahren aufzeigen.

Wir bauen globale Macht auf.

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Auf der Karte: verschärfte Aktionen, die rund um die Welt am Samstag, den 14. Mai 2016 stattfanden

 

Am Samstag, den 14. Mai haben wir auf drei Kontinenten gleichzeitig große fossile Brennstoffprojekte blockiert — von dem Braunkohlekraftwerk in Deutschland über das größte Kohlekraftwerk Brasiliens bis hin zu Ölprojekten an beiden Küsten der USA und der großen Land- und Wasserblockade eines geplanten Teersand-Terminals in Kanada.

Wir erreichen etwas.

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Foto: Nao Fracking Brasil

 

Unmittelbar im Anschluss an eine Break-Free-Massenaktion im brasilianischen Umuarama stimmte der Stadtrat dafür, Fracking auf dem Gebiet der Gemeinde zu verbieten — nicht der erste Sieg für die Koalition Nao Fracking Brasil, die im ganzen Land dafür sorgt, dass Gas im Boden bleibt.

Zur selben Zeit blockierten Menschen in Deutschland das Kraftwerk Schwarze Pumpe und zwangen es, seine Leistung um 80 % herunterzufahren.

Wir sind mehr als je zuvor.

Break Free war die größte Kampagne globalen zivilen Ungehorsams in der Geschichte der Klimabewegung. Und in dem Maße, wie sich die Erde weiter erwärmt, wird unser Widerstand weiter wachsen.