Privater extremer Reichtum bedeutet Klimachaos und öffentliche Armut. Sorgen wir dafür, dass extrem reiche Menschen und die fossile Brennstoffindustrie für Klimaschutz hier und weltweit zahlen. Sie haben die Klimakrise verursacht und schlagen weiterhin Kapital daraus. Vermögenssteuern und dauerhaft erhöhte Steuern auf Kohle-, Öl- und Gasunternehmen ermöglichen gerechten Klimaschutz und Wohlstand für alle.
An: Bundesregierung Deutschland
Tax Their Billions!
Während immer mehr Hitzerekorde gebrochen und viele Teile der Welt und Deutschlands von Überschwemmungen heimgesucht werden, können viele von uns ihre Strom- und Heizrechnungen nicht mehr bezahlen. Gleichzeitig werden Milliardär*innen immer reicher, heizen die Klimakrise an und zahlen noch dazu weniger Steuern als wir übrigen. Wir müssen dringend auf erneuerbare, bezahlbare Energiequellen für alle umstellen. Deswegen fordern wir, dass Superreiche effektiv besteuert werden und so die Lösung der Klimakrise finanzieren.
„Ohne eine grundlegende Umverteilung des Wohlstands auf nationaler und internationaler Ebene ist eine ernstzunehmende Bekämpfung des Klimawandels nicht möglich.“
Thomas Piketty, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der École des Hautes Études en Sciences Sociales
Jetzt aktiv werden
Schon jetzt kannst du eine Petition an die Bundestagsabgeordneten deines Wahlkreises richten und Unterschriften sammeln. (Hier findest du die Abgeordneten deines Wahlkreises.)
Hier geht es zur Petitionsplattform
Nimm mit Hilfe dieses Musteranschreibens Kontakt zu den Politiker*innen auf und bitte sie, Vermögenssteuern für Superreiche zu unterstützen und unser öffentliches Versprechen zu zeichnen.
Hier findest du unseren Kampagnenleitfaden. Er zeigt dir, wie du dich mit anderen Menschen zusammentun und vor Ort Macht aufbauen kannst.
Sieh dir das Video an
Lies das Dossier
Erfahre in unserem Dossier die schockierende Wahrheit über die schmutzigen Geschäfte von einigen der reichsten Menschen der Welt. Wir erklären auch, warum unsere Regierungen ihre Milliarden besteuern müssen, um günstige erneuerbare Energie und Wohlstand für alle zu finanzieren.
Häufig gestellte Fragen
Wir rücken Milliardär*innen ins Rampenlicht, weil sie ein Sinnbild unseres kaputten Wirtschaftssystems sind. Und sie feuern durch ihre Geschäftsmodelle und Lebensstile die Klimakrise überproportional an. Außerdem haben sie das Geld, das bei Klimaschutz, Bildung, Gesundheit und Sozialem scheinbar nicht zur Verfügung steht. Für Entscheidungsträger*innen auf allen Ebenen – national, regional und global – ist es also nur vernünftig, eine wirksame Vermögenssteuer für Superreiche einzuführen.
Die minimalen Investitionen der Superreichen in erneuerbare Energien richten mehr Schaden als Nutzen an, da sie von ihrem übergroßen Schaden für das Klima ablenken. Ein Beispiel: INEOS, im Besitz des britischen Milliardärs Jim Ratcliffe, spricht viel über seine Nachhaltigkeitsbemühungen, produzierte jedoch 2020 22,8 Millionen Tonnen Petrochemikalien, das heißt chemische Produkte, die aus Rohöl oder Erdgas hergestellt werden. Das war mehr als 2019! Gleichzeitig lobbyierte er bei der britischen Regierung, um von Klimasteuern ausgenommen zu werden. Das ist nicht einmal die Spitze des Eisbergs, was die typischen Auswirkungen von Milliardär*innen auf das Klima betrifft.
Jedes Land hat sein eigenes Steuersystem, daher ist es entscheidend, dass wohlhabende Regierungen wie die in Frankreich, Deutschland und Großbritannien schnell Vermögenssteuern auf nationaler Ebene für Superreiche erheben. Dies muss durch bestehende Rahmenwerke (z.B. Kapitalertragsteuer) und die Einführung neuer Maßnahmen geschehen, um sicherzustellen, dass Milliardär*innen ihren fairen Anteil zahlen.
Gleichzeitig müssen Länder zusammenarbeiten, um internationale Regeln – auf G20- und EU-Ebene – zu schaffen, die Schlupflöcher schließen, die Superreiche nutzen, um nationale Steuern zu umgehen. Wir sehen bereits echten Schwung hinter dem Vorschlag einer globalen Vermögenssteuer für Milliardär*innen bei den G20. Die Geschichte zeigt uns, dass etwas Derartiges erreicht werden kann, wie das internationale Abkommen zur Unternehmenssteuer, welches 2023 beschlossen wurde.
Eine gemeinsame Studie vom Netzwerk Steuergerechtigkeit und Oxfam zeigt: Die Angst vor der Steuerflucht ist unbegründet.
„Seit 1972 wurden die Gesetze gegen Steuerflucht und die Maßnahmen gegen illegale Steuerhinterziehung in Deutschland kontinuierlich verschärft. Mit der Wegzugs- und Entstrickungsbesteuerung, der Besteuerung von Funktionsverlagerung, der Hinzurechnungsbesteuerung und dem automatischen Informationsaustausch zu Finanzkonten steht ein umfassender Werkzeugkasten gegen Steuerflucht zur Verfügung.
Außerdem: Steuerflucht ist teuer. Das zeigt unsere Beispiel-Rechnung für BMW-Erbin Susanne Klatten: Würde sie mit ihren BMW-Anteilen und ihrem aus den BMW-Dividenden gewachsenen Vermögen heute ins Ausland ziehen, müsste sie knapp 6,5 Milliarden Euro Steuern zahlen, was rund 30 Prozent ihres geschätzten Vermögens entspricht.
Über 380 Milliarden Euro fehlen in Deutschland seit 1997 durch die ausgesetzte Vermögensteuer. Es ist Zeit, große Vermögen endlich wieder zu besteuern. Rechtlich sind die Rahmenbedingungen vorhanden – jetzt fehlt nur noch der politische Wille.“
Quelle: Netzwerk Steuergerechtigkeit
Sehr ungleich. Laut Forbes-Liste lebten 2024 in Deutschland 132 Milliardär*innen – die vierthöchste Zahl weltweit. Die reichsten 10 % besitzen zusammen 67,3 % des Vermögens, die ärmsten 50 % gerade einmal 1,2 %. Damit hat Deutschland eine der höchsten Vermögenskonzentrationen aller OECD-Länder.
Trotzdem wird die Vermögensteuer in Deutschland seit 1997 nicht mehr erhoben. Dabei befürworten fast zwei Drittel der Deutschen (62 %) laut einer Umfrage aus dem Jahr 2024 eine Vermögenssteuer auf Vermögen über eine Million Euro.
(Zahlen aus unserem Dossier, Stand 2024)
Dass diese Frage so oft gestellt wird, zeigt genau, wofür Milliardär*innen bekannt sind: Steuervermeidung. Aber nur weil die Superreichen ständig versuchen, ihre Steuern zu umgehen, ist das kein ausreichender Grund, nicht zu versuchen, sie zur Zahlung zu zwingen. Es zeigt auch, dass das System reformiert werden muss: Wir müssen die Schlupflöcher schließen, die es Milliardär*innen ermöglichen, ihren Verpflichtungen zu entgehen.
Steuern auf das Vermögen von Superreichen und den Profit fossiler Brennstoffunternehmen könnten viele gute Dinge finanzieren:
- sozialverträgliche Sanierung und Wärmedämmung, damit Wohnungen im Winter warm und im Sommer kühl und die Energierechnungen und Mieten dauerhaft bezahlbar sind
- günstige erneuerbare Energien zu Hause und weltweit
- Wärmepumpen für alle
- gut funktionierende Kommunen und Stadtwerke, Bibliotheken und Schulen, Krankenhäuser und Schwimmbäder, ein Deutschlandticket zum Nulltarif und vieles mehr
- internationale Klimafinanzierung zur Umsetzung der Energiewende weltweit und Gelder zur Anpassung an den Klimawandel
Konkret für Deutschland: Eine Vermögenssteuer von 8,6 % auf die Vermögen von Superreichen könnte jedes Jahr zum Beispiel Folgendes finanzieren (Berechnung aus unserem Dossier, Stand 2024):
- mehr als 290.000 gedämmte Häuser und Wohnungen und mehr als 380.000 neue Wärmepumpen
- tausende neue Windräder, die 1,3 Millionen Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen
- Solaranlagen auf mehr als 87.000 öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäusern
- die Umschulung von mehr als 210.000 Beschäftigten aus der fossilen Industrie für zukunftssichere Arbeitsplätze
- mehr als 5.000 neue Elektrobusse, ein modernisiertes Schienennetz und günstigere Tickets
- die Gehälter von über 21.000 Krankenpfleger*innen und mehr als 22.000 Beschäftigten in der Pflege
- tausende neue Sozialwohnungen