Heute ist der offizielle Beginn der 23. UN-Klimakonferenzen (COP23) – doch es waren die kraftvollen Aktionen von gestern, die den Ton angeben. Viele unterschiedlichste Menschen kamen im rheinischen Braunkohlerevier 50 km von Bonn entfernt zusammen, um ein klares Zeichen für Gerechtigkeit zu setzen. Was für ein unglaublicher Tag!

In den frühen Morgenstunden machten sich 4500 Klimaaktive unter dem Motto Ende Gelände in den riesigen Tagebau Hambach auf, um den Kohleabbau für einige Stunden zu stoppen. Gleichzeitig bereiteten die Pacific Climate Warriors eine sogenannte Sevusevu vor. Dies ist eine traditionelle Zeremonie von den pazifischen Fidschi-Inseln, durch die die Warriors ihre Solidarität ausdrücken. Solidarität mit den Menschen, die hierzulande und weltweit für den Kohleausstieg kämpfen. Solidarität mit Vertreter*innen von Ende Gelände und Rheinländer*innen, deren zu Hause von dem expandierenden Tagebau bedroht sind. Die Pacific Climate Warriors trugen Gedichte und Gesang vor, übergaben das traditionelle Getränk Kava und enthüllten wunderschöne, blütenförmige Tapas aus Tonga mit der Botschaft End Fossil Fuels Now.

Danach brachen die Pacific Climate Warriors zu einem Aussichtspunkt am Rande des Tagebaus auf. Sie sahen die Zerstörung der Landschaft durch die riesigen Kohlebagger mit eigenen Augen und tauschten emotionale Worte aus: „Ich war noch nie hier, ich habe nie die Ursachen des Klimawandels gesehen … Wir haben kein Recht unsere Erde auf diese Weise zu behandeln. „- Billy Cava, Climate Warrior aus Neukaledonien.

Währenddessen gelangten Tausende Menschen im Tagebau in die Nähe eines riesigen Baggers. Sie überwanden Polizeibarrikaden in einem mutigen und friedlichen Akt des zivilen Ungehorsams. Sie schafften es, drei Kohlebagger und ein Fließband stundenlang stillzulegen. Ihre Botschaft bleibt deutlich zu hören: „Gemeinsam sind wir viele, zusammen sind wir stark und entschlossen.“ Ja, wenn wir zusammenrücken und zusammen aktiv werden, können wir dafür sorgen, dass Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben.

Viele Fossil Free Gruppen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und ganz Europa waren an den Aktivitäten am Sonntag beteiligt. Sie waren hinter den Kulissen aktiv oder mittendrin, brachten logistische Unterstützung, sorgten sich um das Wohlbefinden von Mitmenschen vor Ort, halfen bei dem Kreieren von Kunstwerken für die Aktionen, haben die Bilder online verbreitet und mehr.

Wir sind alle verschieden, aber es ist ein Kampf“ – Brianna Fruean, Climate Warrior aus Samoa.

Der gestrige Tag und die vielen berührenden Momente erinnern uns daran, dass im Pazifik der Klimawandel eine Frage des Überlebens ist. Die enorme Kohleproduktion im Rheinland, der Lausitz und im mitteldeutschen Revier hat verheerende Auswirkungen. Die Bundesregierung muss den Kohleausstieg beschließen und dafür sorgen, dass auch Öl und Gas im Boden bleiben. Ansonsten macht sie alle bisherigen Energie- und Klimaschutzbemühungen zunichte.

In den kommenden Tagen auf der COP23 werden die Pacific Climate Warriors und viele weitere Klimaschützer*innen alles daran setzen, damit wir Fortschritte machen. Am 8. November werden die Warriors ihre Erklärung zum Klimawandel öffentlich an die pazifische Delegation übergeben. Und am 9. November wird die sogenannte US People’s Delegation, die sich aus Menschen der US-Klimabewegung zusammensetzt, einen Vortrag halten, um von ihrem Kampf für Klimagerechtigkeit zu berichten.

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