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18. August 2016

Exxon hat das Riff getötet: Küstenbewohner machen Kohle-, Öl- und Gasindustrie für sterbende Korallenriffe verantwortlich

Photo: BioQuest Studios

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WELTWEIT — Taucherinnen und Taucher aus Küstenorten haben abgestorbene Korallenriffe mit Tatort-Absperrband umwickelt, um auf die katastrophale Beschädigung dieser wertvollen Ökosysteme und die Verantwortung der Kohle-, Öl- und Gasindustrie für den Verlust aufmerksam zu machen. Eine heute veröffentlichte Serie von Unterwasseraufnahmen von Samoa, dem australischen Great Barrier Reef und den Andamanen zeigt die Auswirkungen der schlimmsten Korallenbleiche in der Geschichte der Menschheit, die auf das verantwortungslose Verhalten von Exxon und anderen Kohle-, Öl- und Gaskonzernen zurückzuführen ist.

Neue Forschungen bestätigen, dass die überdurchschnittlichen Meerestemperaturen, die in über 38 Ländern zu der Bleiche führen, eine Folge des menschengemachten Klimawandels sind, womit die Kohle-, Öl- und Gasindustrie der Hauptverursacher ist. Seit dem letzten Jahrhundert ignorieren Unternehmen wie Exxon bewusst die Warnungen ihrer eigenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Stattdessen investieren sie massiv in die Täuschung der Öffentlichkeit, indem sie Klimaleugner finanzieren und Klimaschutz auf allen Ebenen blockieren.

Die Korallenriffe, einst farbenfroh und voller Leben, bleichen zunächst aus. Nach dem Absterben werden sie braun und von Algen überzogen. An Orten wie dem Great Barrier Reef sind bis zu 50 % des Riffs ausgebleicht und abgestorben. Die Riffe sind Lebensraum von etwa 25 % aller Meereslebewesen. Massives Korallensterben gefährdet die Lebensgrundlage von 500 Millionen Menschen sowie Güter und Dienstleistungen im Wert von 375 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

In 2014 begann die Korallenbleiche vom westlichen Pazifikraum bis Florida. 2015 verbreitete sich die Bleiche rund um den Erdball aufgrund der Erderwärmung. Dabei trat ein Großteil der Bleiche bereits auf, bevor der El Niño 2015/16 hinzu kam. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in Nordamerika prognostiziert, dass Guam, die Nördlichen Marianen, der östliche Teil Mikronesiens und die Hainan-Inseln (China) in den nächsten Monaten schlimme Korallenbleiche bevorsteht. Auch in Hawaii und Regionen der Karibik schreitet die Bleiche weiter voran.

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Zitate:

„Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef ist für unser gesamtes Volk verheerend. Die Gimuy Walubarra Yidinji haben sich jahrtausendelang um dieses Riff gekümmert. Es ist eine lebenswichtige kulturelle und ökonomische Ressource, nicht nur für unser Volk, sondern für alle Menschen. Ich rufe Exxon und alle anderen Kohle-, Öl- und Gaskonzerne auf, sehr genau zu bedenken, was sie da tun. Sie streiten alles ab. Sie tun so, als würden sie wissenschaftlich argumentieren. Aber dahinter steht einfach eine unermessliche Gier. Wir haben keine Zeit mehr für ihre Ausreden. Diese Gier treibt unseren Planeten in die Katastrophe.” Prof. Henrietta Marrie, Älteste der Gimuy Walubarra Yidinji – Cairns, Australien

„Das rapide Absterben so vieler Korallen auf der ganzen Welt in diesem Jahr ist eine Tragödie für die Menschen, deren Existenz von diesen Ökosystemen abhängt. Noch unerträglicher wird es durch die Tatsache, dass es hätte verhindert werden können, wenn Exxon und ihresgleichen einfach die Wahrheit über den Klimawandel gesagt hätten als sie Bescheid wussten. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass sie das Riff getötet haben. Das ist schlicht Physik und Biologie.” Bill McKibben, Berater und Gründungsmitglied von 350.org

„Die Korallenbleiche dauert seit über zwei Jahren an und geht unvermindert weiter. Im Jahr 2016 verbreitete sich die Bleiche in einem großen Teil der Tropen, wobei die Bleichsaison in der nördlichen Hemisphäre ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. An vielen Stellen wie dem nördlichen Great Barrier Reef und den Inseln des mittleren äquatorialen Pazifik ist das Korallensterben schlimmer denn je.  Die um sich greifende Korallenbleiche ist ein neues Problem. Es begann mit der Erderwärmung in den 1980er-Jahren, wird immer heftiger und tritt immer häufiger auf. Wenn es uns nicht gelingt, den CO2-Gehalt der Atmosphäre wieder auf ein Niveau abzusenken, das den Korallenriffen zuträglich ist, werden wir eines der vielfältigsten und wertvollsten Ökosysteme der Erde verlieren.” C. Mark Eakin, Ph.D., Koordinator von NOAA Coral Reef Watch

„Die vergangenen 14 Monate waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und dennoch finanziert Exxon bis zum heutigen Tag ein weitläufiges Netzwerk von Klimaleugnern. Mit dem übelsten Täuschungsmanöver der Geschichte haben uns die Bosse von Exxon jahrzehntelang um Klimaschutz gebracht. Wir werden dafür sorgen, dass die Klimaverbrechen der Kohle-, Öl- und Gaskonzerne ans Licht kommen.” Aaron Packard, Leiter des Klimafolgenprogramms von 350.org

„Die Schäden, die wir heute am Great Barrier Reef beobachten, brechen einem das Herz.  Der Ökozid spielt sich vor unseren Augen ab. An diesen Riffen unterrichten wir seit dreißig Jahren Taucherinnen und Taucher. Die Riffe sind unsere Existenzgrundlage und unsere Heimat. Zu sehen, wie einst leuchtende, florierende Korallen leblos daliegen, von braunen Algen bedeckt, und zu wissen, dass dies durch Geldgier verursacht wird … es ist schlimmer als Verantwortungslosigkeit – es ist ein Verbrechen.” Jon Burnett, Tauchlehrer und Meeresökologe – Port Douglas, Australien

„Die Andamanen werden von Touristen aus aller Welt besucht. Sie kommen, um die wunderschönen Korallenriffe zu erleben, die sie im Internet gesehen haben. Da die seichten Stellen ausgebleicht sind, sind Nichtschwimmer und Erstbesucher, die den größten Teil des Tourismus hier ausmachen, enttäuscht. Wenn sie dann wieder zu Hause sind, erzählen sie ihrem sozialen Umfeld davon. Das führt zum Rückgang des Tauchtourismus und beeinträchtigt die Existenzgrundlagen vieler Tauchgeschäfte.”Subhash Chandran, SSI-Tauchlehrer – Andamanen, Indien

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