Krieg und Klimawandel

„Der vom Menschen verursachte Klimawandel und der Krieg gegen die Ukraine haben dieselben Wurzeln – fossile Brennstoffe – und unsere Abhängigkeit von ihnen“, sagte Svitlana Krakovska, Vertreterin der Ukraine beim IPCC, unmittelbar nachdem sich ihr russischer Amtskollege für den Krieg entschuldigt hatte.

Dieser Zusammenhang ist nicht zu unterschätzen. So wissen wir mittlerweile alle, dass Putin seinen Krieg überwiegend durch den Verkauf fossiler Brennstoffe finanziert. Hinzu kommt die gefährliche Realität, dass kriegerische Konflikte auf der ganzen Welt zunehmen werden, da die Klimakrise unglaublichen Druck auf die Stabilität vieler Gesellschaften ausüben wird – ob durch vermehrten Hunger, Ressourcenmangel oder Fluchtbewegungen. 

 

Trotz Krieg – kämpfen für Klimagerechtigkeit

Deshalb entschlossen sich am Sonntag und Montag vielerorts Klimaaktive zur Veröffentlichung des jüngsten IPCC-Berichtes für das Ende der Finanzierung fossiler Brennstoffe zu protestieren. 

Zuvor fragten sie sich, ob es angebracht ist, im Angesicht des Krieges in der Ukraine, weiter für Klimagerechtigkeit zu streiten und sind zu dem Schluss gekommen, dass es in der aktuellen Situation umso wichtiger ist. 

So plakatieren die Aktiven Deutsche Bank Filialen mit Bildern von Klimafolgen, die schon heute auf der ganzen Welt Klimachaos anrichten, Menschenleben fordern, Ökosysteme zerstören und Existenzen ruinieren.

Ende Gelände Tübingen vor der Deutschen Bank. Sie fordern unter anderem, dass sich die Bank aus dem Kohlekonzern RWE zurückzieht.

 

Die Botschaft: Die Deutsche Bank finanziert Klimachaos. Allein zwischen 2016 und 2020 hat die Bank über 74 Milliarden US-Dollar in fossile Energien gesteckt. Ein echtes Klimaverbrechen. 

In Tübingen, Leipzig, Wiesbaden, Freiburg und Zürich wurde die Bank und auch die Credit Suisse mit ihrer Mitschuld am Klimachaos konfrontiert. 

In Berlin haben Aktivist:innen von Extinction Rebellion Berlin die Straße vor dem ARD Hauptstadtstudio blockiert. Sie fordern mehr Berichtserstattung in den Medien über die Klimakrise.

Fossile Finanzen müssen sofort enden

Fossile Finanzen heizen das Klima unnötig an. Sie unterstützen oftmals verbrecherische Diktatoren und finanzieren Putins Krieg. 

Die Deutsche Bank beispielsweise stellte der Irkutsk Oil Company, einem in Sibirien tätigen Unternehmen erst am 30. Dezember 2021, Wochen nachdem Wladimir Putin begonnen hatte, russische Truppen entlang der ukrainischen Grenze zu sammeln, einen Kredit in Höhe von 781 Millionen US-Dollar zur Verfügung

Der IPCC-Bericht hat sehr klare Worte gefunden. Die Situation ist viel gefährlicher als bislang vorhergesehen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte im Hinblick auf die Anpassungen an den Klimawandel und Investitionen für Klimaschutz: „Verzögerung bedeutet Tod.“

 

„Es gibt ein kurzes und sich schnell schließendes Fenster, um eine lebenswerte Zukunft auf dem Planeten zu sichern“, sagte Hans-Otto Portner, Co-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe, die den Bericht erstellt hat. „Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen.“

Wir bleiben also dran, um das Ende für fossile Finanzierung in greifbare Nähe zu rücken. Sei dabei und melde dich hier an: https://350.org/de/rise-to-end-fossil-finance/