Über 350

350 baut eine globale, basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen anhand wissenschaftlicher Fakten und den Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann.

Mithilfe von Online-Kampagnen, Basisbewegungen und öffentlichen Großaktionen stellt sich 350 gegen neue Kohle-, Öl- und Gasprojekte und setzt sich für den Abzug von Geldern aus Unternehmen, die unseren Planeten aufheizen und den Ausbau von 100 % sauberen Energielösungen für alle ein. Das globale Netzwerk von 350 ist in 188 Ländern aktiv.

Wie wir arbeiten

Wir glauben an ein sicheres Klima und eine bessere Zukunft — an eine gerechte und blühende Welt aufgebaut mit der Energie von ganz normalen Menschen. Und so erreichen wir dieses Ziel:

1) Die Kohle im Boden lassen

  • er Kohle-, Öl- und Gasindustrie ihre gesellschaftliche Legitimation entziehen
  • Den Kampf gegen die Infrastruktur der Kohle-, Öl- und Gasindustrie führen
  • Die Lügengeschichten von Industrie und Politik entlarven

2) Eine neue und gerechtere klimaverträgliche Wirtschaft aufbauen

  • Investitionen in lokale Nachhaltigkeitslösungen fördern
  • Gemeinschaften bei der Bewältigung von Klimafolgen und der Entwicklung einer klimafreundlichen Wirtschaft ohne fossile Brennstoffe unterstützen

3) Regierungen unter Druck setzen, die Emissionen zu begrenzen

  • Politiker*innen mit Kampagnen auf lokaler und nationaler Ebene ansprechen
  • Große regionale und internationale Ereignisse wie Klimaverhandlungen oder Wirtschaftsgipfel nutzen
Robert Van Waarden / Survival Media
Robert Van Waarden / Survival Media

Grundsätze

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Grundsatz Nr. 1:

Wir glauben an Klimagerechtigkeit

Der Klimawandel ist kein abstraktes Problem irgendwo weit weg — er ist Realität, hier und heute. Menschen in aller Welt spüren die Auswirkungen — von Inselnationen, die zu versinken drohen, bis hin zu indigenen Völkern, deren Land durch die Kohle-, Öl- und Gasindustrie ausgeplündert wird. Der Kampf gegen den Klimawandel ist ein Kampf für Gerechtigkeit.

Das bedeutet, auf diejenigen zu hören, die es am härtesten trifft, und denen zu folgen, die in dieser Krise an vorderster Front stehen.

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Grundsatz Nr. 2:

Wir sind stärker, wenn wir zusammenarbeiten

Der Klimawandel betrifft nicht die Umwelt oder die soziale Gerechtigkeit oder die Wirtschaft allein — er betrifft alles zugleich. Er ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit aller Zeiten und wir werden Hand in Hand arbeiten müssen, um ihn zu bewältigen.

Das bedeutet, dass wir Menschen — nicht nur Umweltschützer*innen, sondern auch Studierende, Unternehmer*innen, religiöse Gruppen, Gewerkschaften, Universitäten und andere — zusammenbringen und vielfältige Koalitionen bilden müssen, die stark genug sind, um Druck auf Regierungen auszuüben und die Kohle-, Öl- und Gasindustrie in die Schranken zu weisen.

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Grundsatz Nr. 3:

Wandel durch Massenmobilisierung

Mittlerweile ist offensichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs der Welt unfähig sind, dieses Problem selbst zu lösen. Wir müssen auf die Straßen gehen und uns Gehör verschaffen — so demonstrieren wir unsere Macht als Bewegung und so zwingen wir unsere Regierungen, die richtigen Entscheidungen zu treffen

photo: Sara Ravelo

Geschichte

350.org wurde 2008 von einer Gruppe von Studienfreunden in den USA sowie Autor Bill McKibben gegründet, der eines der ersten Bücher über die Klimaerwärmung für die Allgemeinheit geschrieben hat. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, eine weltweite Klimabewegung aufzubauen. 350 leitet sich von 350 ppm (Teilchen pro Million) ab – der sicheren Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre.

Unsere ersten Aktionen waren weltweite Aktionstage, die Aktivist*innen und Organisationen rund um den Globus verbunden haben. Hierzu zählen unter anderem der internationale Klimaaktionstag 2009 sowie die globalen Aktionstage Global Work Party im Jahr 2010 und Moving Planet im Jahr 2011. Weltweit haben sich schnell Organisator*innen, Gemeindegruppen und ganz normale Menschen zusammengetan, um für unsere Zukunft zu kämpfen.

Heute unterstützt 350.org Basiskampagnen auf der ganzen Welt: Wir kämpfen gegen Kohlekraftwerke und Mega-Pipelines, für den Ausbau erneuerbarer Energien und den Abzug von Geldern aus fossilen Brennstoffen. Mit unserer Arbeit wollen wir die Macht der Menschen stärken, um den Einfluss und die Infrastruktur der Kohle-, Öl- und Gasindustrie zu schwächen.

Besonders stolz sind wir auf die folgenden Momente der letzten Jahre: Kampagnen gegen die Keystone XL und Dakota Access Pipeline in den USA, den Fracking-Stopp in Hunderten Städten und Bundesstaaten in Brasilien, die historischen Basisbewegungen vor und nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens und dass wir dafür gesorgt haben, dass Hunderte Universitäten, Stiftungen, Städte und Kirchen ihre Gelder aus fossilen Brennstoffen abgezogen haben.