Ein Sommer der Hoffnung – Klimacamps und Aktionen im Sommer 2017

 

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Bei dieser Gemeinschaftsaktion dabei zu sein, hat jedem von uns wieder Hoffnung gegeben.” — Mathieu Munsch über Break Free 2016.

Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Hoffnung zu schaffen, als gemeinsam in Aktion zu treten. Direkt im Anschluss an 280 großartige Aktionen im Rahmen der Globalen Divestment-Mobilisierung – hier nun der prall gefüllte Kalender der Klima-Camps und Aktionen, die für diesen Sommer geplant sind. Es wird kreativ, beherzt, schön — und es hat schon begonnen. Und zwar mit der Lausitzcamp-Radtour durch die Kohlegebiete des Rheinlands sowie dem Klimacamp bei Wien in Österreich.

Mit der Globalen Divestment-Mobilisierung haben wir aufgezeigt, dass es inakzeptabel ist, dass unsere Institutionen in Kohle, Öl und Gas investieren. In diesem Sommer wird die Klimabewegung mit gezielten Aktionen direkt gegen große Projekte der Fossil-Industrie vorgehen. Dies sind unsere roten Linien. In Paris verpflichtete sich die Klimabewegung, dafür zu sorgen, dass fossile Brennstoffe im Boden bleiben, auch wenn unsere Regierungen dies nicht tun würden – und genau das passiert jetzt.

 


Rolling Resistance in Lancashire, Großbritannien, 1.-30. Juli

Die Arbeiten zur Inbetriebnahme der ersten Fracking-Anlage in Großbritannien in Preston New Road, Lancashire.

In diesem Sommer wird Reclaim the Power mobilisieren und Menschen dabei unterstützen, sich den gesamten Juli über an dem unglaublichen Engagement für den lokalen Widerstand unter dem Motto ‚Rolling Resistance‘ zu beteiligen. Seid bei einer Massenkundgebung dabei, errichtet Blockaden oder kocht Tee – Jeder ist willkommen! Also macht euch bereit herzukommen und zu helfen.


Klima-Camp in Schweden, 3.-7. August

Die Klimabewegung in Schweden geht mit vereinten Kräften gegen neue Entwicklungen in der Kohle-, Öl- und Gasindustrie vor, damit das Land sein Ziel erreichen kann, unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden. In diesem Sommer organisieren Fossil Free Schweden, Friends of the Earth, Nature & Youth Sweden sowie die lokale Kampagne Fossilgasfällan vom 3.-7. August ein Klima-Aktions-Camp in der Nähe von Göteborg, wo ein neues Erdgasterminal entstehen soll.

Es stehen Workshops und Diskussionsrunden auf dem Programm, bei denen es um Themen der auf fossilen Brennstoffen basierenden Infrastruktur in Schweden und im Baltikum geht. Das Camp bietet Vorbereitungstrainings für eine aufregende gemeinsame Aktion und die Planung von zukünftigen Klima-Aktionen, um Lösungen für die Klimakrise zu schaffen.


Klima-Camp in Frankreich, 4.-15. August

Nach dem Erfolg des Klimacamps im vergangenen Sommer laufen gerade die Planungen für das nächste Camp in Frankreich organisiert von Alternatiba, Les Amis de la Terre und Gewaltfreie Aktion COP21. Es wird in Maury stattfinden.  Mehr Infos hier.


Ende Gelände & Klima-Camp im Rheinland, Deutschland, 18.-29. August

Am Rande einer der übelsten Kohlegruben in Europa in der Nähe von Köln wird in diesem Jahr ein weiteres Klimacamp stattfinden. Auch ist eine Massenaktion des zivilen Ungehorsams (Ende Gelände) geplant, um den Tagebau stillzulegen. Außerdem wird es um den Hambacher Forst eine legale Aktion geben, auf der wir eine rote Linie ziehen. Weitere vielfältige Aktionen laden zum mitmachen ein!

Das vom 18.-29. August stattfindende Camp bietet Möglichkeiten zum Netzwerken, für Weiterbildung, Kunst und Aktionen. Die Gesellschaft von morgen wird dort schon jetzt gelebt: sozial, ökologisch und basierend auf Graswurzeldemokratie. Es gibt Radtouren dorthin von Wien (Abfahrt im Juli) und von Großbritannien und den Niederlanden (Abfahrt im August) und auch vom Klimacamp in Schweden (Abfahrt im August). Was für eine tolle Möglichkeit seinen Sommerurlaub zu verbringen.

 

 

Bereits geschehen


Lausitzcamp on Tour, Kohlegebiete in der Lausitz, Deutschland / Polen, 21.-28. Mai

Die großen Ende Gelände-Aktionen finden dieses Jahr in den Kohlegebieten des Rheinlands statt. Doch Widerstand hat es auch in der Lausitz gegeben. Vom 21.-28. Mai fand eine Radtour durch die Kohlegebiete in Deutschland und Polen statt. Auf den verschiedenen Etappen besuchte man lokale Initiativen von Kohlegegnern, vergrößerte das Netzwerk und die Bewegung.

Hier geht’s zu den Berichten von der Tour.

 


Klimacamp, Enzersdorf an der Fischa (bei Wien), Österreich, 24.-28. Mai

Im Februar entschieden die österreichischen Gerichte gegen den Bau einer dritten Rollbahn für den Wiener Flughafen, da diese in direktem Gegensatz zu den Emissionsreduktionszielen steht. Eine bahnbrechende Entscheidung. Trotzdem befürworten viele österreichische Politiker die Flughafenerweiterung immer noch. Einige schlugen vor, die Befugnisse der Gerichte einzuschränken. Im Camp gab es Workshops, Vorträge, Diskussionsrunden und am 27. Mai eine kreative Aktion gegen die Flughafenerweiterung sowie ein abwechslungsreiches Abendprogramm mit Live-Musik, Theatervorführung und Party.

Fotos vom Camp und der Aktion findet ihr hier. 

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Massenaktion des zivilen Ungehorsams für das Klima im Hafen von Amsterdam, Niederlande, am Samstag, den 24. Juni

300 Menschen nahmen an der Aktion des zivilen Ungehorsams in Amsterdam teil und blockierten den größten Erdgashafen und zweitgrößten Kohlehafen der Welt — viele weitere Menschen  schlossen sich der legalen Solidaritätsdemo außerhalb des Hafengeländes an. a

Hier spricht ein Teilnehmer über seine Erfahrungen:

Und hier  ein paar Video-Highlights von de Aktion:


Klima-Camp bei Most, Tschechische Republik, 21.-25. Juni

Die Bewegung Limity jsme my (Wir sind die Grenzen) organisierte das erste Klima-Camp in Tschechien. 150 Menschen versammelten sich vom 21.-25. Juni in der nordböhmischen Bergbauregion (in der Nähe der Stadt Most). Sie lernten voneinander, tauschten Erfahrungen aus, und hatten Spaß am gemeinsamen Protest, bei dem sie gewaltlos den Betrieb der nahegelegenen Tagebaue und Kraftwerke störten.

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 Weitere Fotos

 

 


All diese Veranstaltung sind geprägt von unglaublicher Vielfalt und Kreativität. Aber jedes einzelne Camp und jede Aktion in diesem Sommer haben ein gemeinsames Ziel: Fossile Brennstoffe müssen im Boden bleiben.

Wenn wir uns weiterhin so organisieren, ist ein historischer Wandel unseres Energiesystems in Sicht. Sei ein Teil davon.

PS: Du hast eigene Aktionen, die wir zu unserem Veranstaltungskalender hinzufügen sollten? Schreib uns eine E-Mail.