Weltweite Klimademos:

LEITFADEN ZUR AKTIONSPLANUNG FÜR AKTIVIST*INNEN

 

Ob ihr nun erfahrene Aktivist*innen oder zum ersten Mal dabei seid: Hier ist ein kleiner aber effektiver Ratgeber, der euch die ersten Schritte erleichtern soll. Bei den Aktionen kann es sich um großangelegte Demonstrationen quer durch eure Stadt handeln oder auch um kleinere Aktionen mit einer Handvoll Freunde. Das heißt, nicht alle hier aufgeführte Schritte müssen für euch relevant sein.

Ganz egal, wo ihr euch befindet, ihr alle könnt bei der weltweiten Klimademonstration mitmachen und euch gemeinsam dafür einsetzen, dass fossile Brennstoffe unter der Erde bleiben.

ALLGEMEINER LEITFADEN ZUR AKTIONSPLANUNG:

WIE IHR EINE AKTION PLANT, EIN TEAM ZUSAMMENSTELLT, BERICHT ERSTATTET UND VIELES MEHR

1) Bringt ein Koordinationsteam zusammen

Ladet talentierte Leute für euer künftiges Team ein. Versammelt hierfür Menschen an einem Tisch, die die nötigen Fähigkeiten und die Expertise für eure spezifische Aktion mitbringen. Denkt daran, Partnerorganisationen mit einzubeziehen, die entweder Teil eures Koordinationsteams oder auch taktische Verbündete sein können und mit denen ihr Ideen und Informationen austauschen könnt.

2) Registriert eure Aktion

Füllt dieses Formular aus, damit eure Aktion auf der Karte erscheint.

3) Findet Menschen, die mitmachen

Ladet eure Freund*innen, Nachbarn und lokale Organisationen ein, beim Sponsoring, der Planung und natürlich auch der Durchführung der Aktion unterstützend mitzuwirken. Wendet euch an eure lokale Kirchengemeinde, Moschee, Synagoge, Gewerkschaft, Sportvereine, Universität oder Künstlergemeinschaften, die sicherlich interessiert sind, Teil des Events zu werden.

Schickt ihnen den Link zur Veranstaltungsseite, damit sie sich anmelden und eure Aktion weiter bekannt machen können.

4) Planung

Entscheidet euch für die Botschaft, die eigentliche Aktion und den Ort, an dem das Ganze stattfinden soll. Stellt vor allem sicher, dass ihr eine deutliche und klar artikulierte Botschaft erarbeitet, die ihr eurem Publikum, ob Medien, der Regierung, weiteren Partnern oder Menschen vor Ort kommunizieren wollt. Für die weltweite Klimademonstration gibt es einen einfachen und relativ unkomplizierten Weg, um aktiv teilnehmen zu können:

Teilt ein Gruppenfoto von einem symbolischen Ort, wie z.B. einer Kohle- oder Gasförderstätte, einem fossilen Kraftwerk, Orten, die besonders unter dem Klimawandel leiden, von Beispielen für die Nutzung erneuerbarer Energien in eurer Umgebung oder von anderen Orten, die mit dem Kampf gegen den Klimawandel verbunden sind. Nutzt dafür das Hashtag #climatemarch.

Das Wunderbare an weltweiten Aktionstagen wie diesem sind die Vielfalt und die Kreativität der zahlreichen Veranstaltungen, die rund um den Globus organisiert werden. Beliebte Aktionsideen sind z.B. Umzüge oder Demonstrationen durch eure Stadt oder Gemeinde, Kundgebungen mit ausgewählten Sprechern und Musik auf öffentlichen Plätzen, Wanderungen, Potluck-Dinner, Gemeindekonferenzen oder auch soziale Projekte. Für welche Aktion Ihr euch auch entscheiden werdet, denkt unbedingt daran, eure Veranstaltung mit allen Teilnehmer*innen auf einem Foto festzuhalten. Fotos dienen uns als Hauptmedium, um später unsere weltweiten Events und Aktionen miteinander in Beziehung zu setzen und unsere Botschaft zu verbreiten.

Weiter unten findet ihr weitere Ideen für Aktionen.

5) Logistik

Kümmert Euch frühzeitig um alle logistischen Details wie z.B. Timing der Aktion, Anfahrtswege und -zeiten, Transportmittel, sanitäre Anlagen, Soundanlagen, städtische Genehmigungen für die Nutzung öffentlicher Plätze oder auch Sponsoren, falls diese benötigt werden.

6) Geht an die Öffentlichkeit

Erstellt nun einen Plan für eure Öffentlichkeitsarbeit. Setzt euch ein Ziel für die Anzahl der Menschen, die ihr gerne auf eurer Veranstaltung sehen würdet und versucht dementsprechend einen Plan zu erstellen, um weitaus mehr Menschen anzusprechen und zu erreichen.

Es ist wichtig, dass ihr euch bewusst macht, wen ihr mit der Aktion erreichen wollt. Überlegt euch, wer genau an der Aktion teilnehmen soll und woher eure Zielgruppe ihre Informationen erhält. Vielleicht aus einer lokalen Radiosendung? Oder über Facebook? Stellt einen Plan dafür auf, wie ihr sie für eure Aktion gewinnen könnt.

Geht sicher, dass ihr die Veranstaltung offiziell anmeldet. Kontaktiert und vernetzt euch mit Partnerorganisationen, die an eurer Aktion interessiert sein könnten. Euch stehen nun zahlreiche Wege zur Verfügung, wie ihr fortfahren könnt: sprecht mit Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen, religiösen Institutionen und Gemeindeorganisationen, hängt Poster in der gesamten Umgebung auf, versendet E-Mails über Listservs, organisiert einen Beitrag samt Veranstaltungstipp bei Eurem lokalen Radiosender, teilt Euch über Social Media mit, schreibt Beiträge für lokale Zeitungen, sichert euch einen Eintrag in den Veranstaltungshinweisen eurer Gemeinde, fragt bei Organisationen nach, ob eure Aktion in deren Newsletter und/oder Ankündigungen aufgenommen werden kann, etc.

Wenn es darum geht, eure Aktion bekannt zu machen, sind alle gefragt! Stellt sicher, dass alle Teammitglieder und Freiwilligen auf ihren Social Media-Plattformen darüber berichten, warum sie an der Aktion teilnehmen.

7) Kreiert visuelle Elemente

Schilder, Fotos, Banner, etc. sind ausschlaggebend, um unsere Botschaft einer breiten Öffentlichkeit sowie den Medien nahezubringen. Falls möglich, organisiert einen Zeitraum vor der eigentliche Aktion, in dem ihr Banner und Schilder bemalt. Organisiert Freiwillige, die euch unterstützen. Banner und Schilder mit Botschaften wie „Lasst die fossilen Brennstoffe im Boden!“, „100% erneuerbare Energie“ oder „Klimagerechtigkeit jetzt!“ verknüpfen die verschiedenen Demonstrationen rund um den Globus miteinander.

8) Informiert die Medien

Es ist wichtig, dass ihr die lokalen, regionalen und bundesweiten Medien kontaktiert, sodass diese über die von euch geplanten Aktionenberichten können. Überlegt euch, in welchen Print-, Rundfunk-, Fernseh- und Onlinenachrichten ihr euren Event gerne veröffentlicht sehen würdet und startet mit der Kontaktaufnahme!

Media Kit

9) Die Umsetzung

Die langen Monate der Planung gipfeln in diesem Moment! Teilt eure Fotos auf Facebook und anderen Social Media Outlets wie Twitter und Instagram über das Hashtag #climatemarch . Schickt sie auch euren Freunden und Pressekontakten. Erlebt einen fröhlichen und bedeutungsvollen Tag in der Gewissheit, dass ihr Teil einer globalen Gemeinschaft seid, die den nötigen Druck aufbauen will, um gegen die Klimakrise anzukämpfen.

10) Berichterstattung

Dieser letzte Teil ist wirklich sehr wichtig. Stellt sobald die Aktion vorbei ist sicher, dass ihr euer bestes Foto- oder/und Videomaterial und ebenso die als Text verfassten Geschichten zu eurer Aktion zusammentragt und bei uns einreicht. Die für die Koordinierung des Aktionstages verantwortlichen Organisationen können dann die bestmögliche Botschaft herausfiltern und den Medien sowie den internationalen Entscheidungsträgern überbringen.

Leitfaden zum Einreichen von Foto- und Videomaterial

Gestaltet Eure Aktion

Die Welt-Klimademonstration (Global Climate March) gibt Menschen in aller Welt Gelegenheit, sich an Aktionen gegen den Klimawandel zu beteiligen und ihre Stimmen zu einer unüberhörbaren Botschaft zu vereinen. Die größte Demonstration wird wahrscheinlich in Paris stattfinden, doch wir müssen die Verhandlungspartner und die lokalen Entscheidungsträger wissen lassen, dass wir alle sie beobachten.

Auch wenn dieses Event „Global Climate March“ heißt, kann eure Aktion vielerlei Formen annehmen, wie zum Beispiel:

Demonstrationen

Wenn die Klimabewegung in eurer Stadt sehr aktiv ist und zahlreiche engagierte Unterstützer*innen hat, könnt ihr darüber nachdenken, eine große Demonstration mitten durch die Stadt zu organisieren. Ihr könnt den Fokus dabei auf die Einstellung eines spezifischen Projekts im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen legen, den Ausbau der erneuerbaren Energien fordern oder auch beides! Wenn sich genügend Menschen beteiligen, sind Demonstrationen eine eindrucksstarke Möglichkeit, eure Message an die Öffentlichkeit (und die Medien) zu bringen. Sie sind laut, stören die Routine und reißen die Menschen aus ihrem alltäglichen Trott, um eindringlich auf das jeweilige Anliegen hinzuweisen. Stellt sicher, dass ihr möglichst viele Banner, Schilder und andere, unübersehbare visuelle Elemente für eure Demo habt (Anregungen und Anleitungen findet ihr in unserem „Kreaktiv-Leitfaden“), und plant Sprechchöre, Demonstrationsführer usw.

Organisiert doch einfach selbst eine Demonstration, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt! Am 28./29. November werden zahlreiche Großdemonstrationen auf jedem Kontinent stattfinden (mit Ausnahme der Antarktis). Von hunderten (oder gar tausenden) Demonstrationen, die am gleichen Wochenende rund um die Welt stattfinden, geht eine große Kraft aus. Hier seht ihr Fotos der People’s Climate Mobilisation – sie werden euch ein Gefühl dafür vermitteln, was wir meinen.

Rallies

Genau wie Demonstrationen helfen auch Kundgebungen, eure Botschaft mit Nachdruck an die Öffentlichkeit zu bringen. Auch Kundgebungen sind laut, nehmen Raum in Anspruch und mischen das „Business as usual“ gehörig auf – insbesondere, wenn ihr sie im Stadtzentrum abhaltet. Je mehr Teilnehmer*innen, desto eindrucksvoller wird eure Kundgebung sein (auch wenn ihr nicht ganz so viele benötigt, wie für eine Demonstration). Kundgebungen sind eine prima Möglichkeit, die Massen anzuheizen (im Chor mit anderen zu protestieren macht Spaß und stärkt das Gemeinschaftsgefühl!), die Öffentlichkeit über die einzelnen Aspekte eures Anliegens zu informieren und Sprechern von Partnerorganisationen oder anderen nahestehenden Gruppen eine Plattform zu bieten. Überlegt, ob ihr für verschiedene Projekte jeweils unterschiedliche Redner gewinnen könnt – z. B. einen, der über ein fossiles Projekt spricht, das ihr kippen wollt, und jemanden, der über rechtliche Grundlagen für die Förderung erneuerbarer Energien in eurer Umgebung informiert. Kundgebung + Demonstration = ein perfektes Paar!

Symbolträchtige Aktionsfotos

Wenn eure Gruppe/ euer Wohnort eher kleiner ist – oder falls die Aktionstage auf Feiertage oder ein langes Wochenende fallen und viele für ein paar Tage wegfahren – dann überlegt, ob ihr eine Fotoaktion mit einem symbolträchtigen Motiv auf die Beine stellen könnt, das Teil der virtuellen „Demo” wird. Wenn euer Foto unsere gemeinsame Botschaft vermittelt (fossile Brennstoffe ABSCHALTEN und einen gerechten Umstieg auf 100% erneuerbare Energien EINSCHALTEN), können wir mit vereinten Kräften eine klare Botschaft nach Paris senden! Macht eure Fotos an einem möglichst aussagekräftigen Standort – z. B. einem Tagebau, einem schmutzigen Kohlekraftwerk oder einem anderen Ort, derden Kampf gegen den Klimawandel versinnbildlicht. Sind solche Schauplätze in eurer Umgebung nicht zu finden, wählt ein Hintergrundmotiv, das erkennen lässt, aus welcher Stadt oder Gemeinde ihr kommt (z. B. das Rathaus, eine berühmte Brücke oder bekannte Skyline). Eine Aktion dieser Art ist relativ schnell und einfach zu organisieren, kann Banner involvieren, eine einfache Zusammenkunft oder auch jede andere Form einer friedlichen Aktion, die euer Motiv unterstreicht und eine Botschaft sendet. Bringt eure Botschaft durch Banner, Schilder, passende Requisiten oder andere kreative, visuelle Elemente zum Ausdruck!

Lasst euch von den Fotos weiter unten inspirieren und denkt daran eure Aktion hier zu registrieren.

Stellt eure Aktion in den Kontext der globalen Forderungen

Unsere Forderungen für Paris: Lasst 80 % der fossilen Brennstoffe im Boden und investiert in einen gerechten Umstieg auf 100 % erneuerbare Energien! Dies ist die Botschaft, die wir gemeinsam mit euch am Vorabend des großen Gipfeltreffens unüberhörbar machen wollen – und die unser gemeinsames Motto für den Aktionstag ist:

Fossile Brennstoffe ABSCHALTEN, einen gerechten Umstieg auf 100% erneuerbare Energien EINSCHALTEN! 

Schmutzige und gefährliche fossile Brennstoffe ABSCHALTEN. Eine dezentrale Energieversorgung aus 100% erneuerbaren Energien, die Städte und Gemeinden stärkt, EINSCHALTEN. Kohlekraftwerke, Fracking-Bohrungen oder Ölpipelines ABSCHALTEN. Photovoltaik auf Hausdächern, Offshore-Windparks und eine Politik, die erneuerbare Energien für alle demokratisiert EINSCHALTEN. Den korrumpierenden Einfluss von Mega-Konzernen auf unser politisches System ABSCHALTEN und die Macht des Volkes EINSCHALTEN.

Es geht nicht darum, das Licht auszuschalten (oder Glühbirnen auszutauschen). Es geht nicht um Tipps und Tricks, die es dem oder der Einzelnen ermöglichen, seinen oder ihren Fußabdruck marginal zu reduzieren. Es geht um einen weltweiten Umstieg von schmutzigen, gefährlichen Energiequellen, die uns unserer Lebensgrundlage beraubt, auf saubere, erneuerbare Energie für alle.

Es liegt an euch zu entscheiden, wie dies in eurer Gemeinden umgesetzt werden kann. Auch wenn dieses Event „Global Climate March“ heißt, kann eure Aktion vielerlei Formen annehmen. Wir freuen uns auf eure kreativen Ideen! Hier ein paar erste Aktionsideen für euch:

  • Versammelt eure Freunde und Nachbarn an einem Punkt, der in der Infrastruktur der Öl-, Gas- oder Kohleindustrie eine wichtige Rolle spielt, und präsentiert ein Banner mit der Aufschrift „Wenn 80% der fossilen Brennstoffe im Boden bleiben sollen, müssen wir DIESE ANLAGE ABSCHALTEN!”
  • Kommt mit euren Freunden und Nachbarn am geplanten Standort eines neuen Kohlekraftwerks zusammen und macht mit einem Banner klar:„Klimasicherheit heißt Kohle ABSCHALTEN! Dieses Kohlekraftwerk darf nie gebaut werden!”
  • Trefft euch an einer Anlage zur Gewinnung erneuerbarer Energien und haltet gemeinsam ein Banner hoch, mit dem ihr fordert: „100% erneuerbare Energien EINSCHALTEN!”
  • Versammelt eure Mitbürger*innen an einem symbolträchtigen Ort in eurer Umgebung und macht euren Standpunkt klar: „Essen fordert: Lasst die fossilen Brennstoffe im Boden!”
  • Gibt es in eurer Umgebung keine augenfälligen Sinnbilder für fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien, macht etwas Lustiges – verkleidet euch als Dinosaurier und präsentiert ein Banner mit der Aufschrift „Fossile Brennstoffe ABSCHALTEN!”
  • Organisiert eine größere Menschenmenge, die gleichzeitig Dutzende oder gar Hunderte von „Tafeln” drehen und so gemeinsam die Schriftzüge„Die Fossilen ABSCHALTEN” und “Die Erneuerbaren EINSCHALTEN” im Wechsel darstellen.
  • Nutzt Leuchtschrift, um eure Message buchstäblich AUS- bzw. EINzuschalten.
  • Spielt mit dem Symbol des EIN/AUS-Schalters und setzt es in den Kontext fossiler Brennstoffe bzw. möglicher Lösungen.
  • Haltet ein „Fossil Free”-Event ab und stellt die „EINSCHALTEN”-Lösungen eurer Gruppe vor, indem ihr z.B. Solarkocher oder durch Muskelkraft betriebene Stromgeneratoren einsetzt.
  • Wenn ihr etwas Großes auf die Beine stellen wollt, oranisiert einen imposanten Demonstrationsmarsch mit einzelnen Gruppen, die ihre jeweilige Forderung – „Fossile Brennstoffe ABSCHALTEN” oder „Erneuerbare Energien EINSCHALTEN” – deutlich darstellen. Stellt sicher, dass eure AB- und EIN-Schilder einen starken, visuellen Eindruck machen.
  • Entwickelt eure eigenen kreativen Ideen, um unser gemeinsames Motto „Fossile Brennstoffe ABSCHALTEN und einen gerechten Umstieg auf 100% erneuerbare Energien EINSCHALTEN!” zum Ausdruck zu bringen.

An der Weltweite Klimademos sind eine ganze Reihe von Organisationen beteiligt. Andere Gruppen können einen gerechten Umstieg anders definieren oder in diesem Zusammenhang andere Prioritäten setzen. Wir glauben jedoch, dass es höchste Zeit für die Welt ist, sich – sofort und gänzlich – von fossilen Brennstoffen abzuwenden. Und genau das ist die Botschaft, die wir zum Start des Klimagipfels nach Paris senden wollen.