Klimakrise und Kolonialismus. Und dann noch die Deutsche Bank. Du fragst dich vielleicht: Hmm, was hat das miteinander zu tun? Lass es mich erklären.

Wir k√∂nnen im Kolonialismus und im Kapitalismus den Ursprung der Klimakrise sehen. Durch die Ausbeutung von Natur, die Aneignung von Rohstoffen und die Versklavung von Menschen konnten die europ√§ischen Kolonialm√§chte wie Frankreich und Gro√übritannien, aber auch Deutschland gro√üen Reichtum anh√§ufen. Dieser Reichtum hat die Industrialisierung erst erm√∂glicht und somit die Verbrennung von etlichen Tonnen Kohle, √Ėl und Gas.¬†

Die ehemaligen Kolonialmächte sind bis heute die reichsten Länder und stoßen am meisten CO2 aus. Sie sind also die Verursacher und Antreiber der Klimakrise, wohingegen die  Länder, die sich aus der kolonialen Herrschaft befreiten jetzt schon am meisten von Klimawandelauswirkungen betroffen sind. 

Auch heute spiegeln sich die ungerechten Machtverh√§ltnisse der kolonialen Vergangenheit wieder. Die Deutsche Bank erw√§gt, die gr√∂√üte beheizte Roh√∂l-Pipeline der Welt in Uganda und Tansania zu finanzieren. Eine schreckliche CO2-Bombe, die √ľber 100.000 Menschen vertreiben w√ľrde, wertvolle √Ėkosysteme und Artenvielfalt zerst√∂ren w√ľrde. Erfahre hier mehr, wie du dich gemeinsam in einem bundesweiten Team gegen die neo-kolonialen und fossilen Finanzen der Deutschen Bank stellen kannst.¬†

Ein anderes Beispiel: Fracking zum Beispiel ist als besonders riskante F√∂rderung von Erdgas in Deutschland und fast allen L√§ndern Europas verboten, aber in Deutschland soll mit dem Bau von Fl√ľssiggas-Terminals (LNG) die Einfuhr von gefrackten Gas aus Argentinien und anderen L√§ndern gef√∂rdert werden. Auch in unseren Finanzkampagnen geht es oft um europ√§ische Banken, mit deren Geld fossile Projekte vor allem im globalen S√ľden gebaut werden.¬†

W√§hrend die Profite an Konzerne und Banken also in den globalen Norden flie√üen, werden Klima, Artenvielfalt und Menschenleben vor allem im globalen S√ľden zerst√∂rt. Besonders direkt sind Menschen in den Abbaugebieten fossiler Brennstoffe und seltener Rohstoffe von den Folgen betroffen.

Auch im Umgang mit der Klimakrise setzen sich koloniale Strukturen weiter fort. Bei internationalen Klimaverhandlungen werden die Forderungen von ehemals kolonisierten L√§ndern zu Entsch√§digungszahlungen und √úbernahme von Kosten zur Anpassung an den Klimawandel (Loss and Damage) meist unterdr√ľckt.

Dies ist nur ein kleiner Einstieg in diesen wichtigen Zusammenhang! Hier ist eine Sammlung von Artikeln, Videos und Podcasts, mit denen du tiefer gehen kannst:

Texte:

Kolonialismus und Klimakrise: 500 Jahre Widerstand von der BUNDjugend

Nicht alle sitzen in einem Boot  von Imeh Ituen

Die Klimakrise ist das Ergebnis der √Ėkonomisierung des Landes und der sozialen Beziehungen. Interview von Imeh Ituen mit Ruth Nyambura

Warum der Kampf f√ľr die Klimagerechtigkeit antirassistisch sein muss von 350 Deutschland

Videos

Was ist der Kolonialismus und was hat er mit der Klimakrise zu tun? von der taz mit Tonny Nowshin, Angela Asomah, Imeh Ituen und Kevin Okonkwo

From one Island to Another Ein Gedicht von Kathy Jetnil-Kijiner and Aka Nivi√Ęna¬†

Podcasts

Ohne Kolonialismus keine Klimakrise von detektor.fm

Imeh Ituen – was hat der Rassismus mit der Klimakrise zu tun 1,5 ¬įC Podcast von Luisa Neubauer

Schwarze Perspektiven auf die Kolonialität in der Klimakrise von Africavenir International e.V.

 

Wenn wir √ľber diese gewaltvolle Geschichte lernen und unsere Schl√ľsse daraus ziehen, ist eins wichtig hervorzuheben: Die Geschichte des Kolonialismus ist nicht nur eine Geschichte des Leidens der kolonialisierten Menschen. Es ist vor allem eine Geschichte ihres Widerstands und des √úberlebens. Seit der Ankunft Kolumbus in Amerika bis heute, k√§mpfen Menschen f√ľr den Erhalt ihrer Communities, ihrer Landrechte, ihrer Lebensweisen und der √Ėkosysteme um sie herum.

Wenn wir ihre Geschichten ernst nehmen, k√∂nnen wir ihren Kampf weiterf√ľhren und gemeinsam f√ľr eine klimagerechte Welt sorgen. Lasst uns uns gemeinsam bilden, diskutieren und vor allem handeln.¬†

In den nächsten Wochen widmen wir uns vor allem dem Kampf gegen neo-koloniale Finanzierung der EACOP-Pipeline und fossiler Unternehmen durch die Deutsche Bank. Hier kannst du mehr erfahren, wie du mitmachen kannst.